Inhalt

Passivhaus in Kirchheim Teck
Foto: Oehler Archkom Solararchitektur

Ein Passivhaus ist ein Gebäude, in dem eine behagliche Temperatur sowohl im Winter als auch im Sommer ohne separates Heiz- bzw. Klimatisierungssystem zu erreichen ist. Es bietet erhöhten Wohnkomfort bei einem Heizwärmebedarf von weniger als 15 kWh/(m²a) und einem Primärenergiebedarf einschließlich Warmwasser und Haushaltsstrom von unter 120 kWh/(m²a). Umgerechnet in Heizöl kommt ein Passivhaus im Jahr mit weniger als 1,5 l pro Quadratmeter aus. Diese sensationelle Einsparung erreicht das Passivhaus allein durch seine beiden Grundprinzipien: Wärmeverluste vermeiden und freie Wärmegewinne optimieren.

Konkret bedeutet dies, dass die sehr gut gedämmte Gebäudehülle mit Dämmstärken zwischen 25 und 40 cm und Fenster mit Dreifach-Wärmeschutzverglasung sowie eine wärmebrückenfreie Konstruktion bewirken, dass die Wärme im Haus bleibt. Für Frischluft sorgt ein Lüftungskompaktgerät mit Wärmerückgewinnung. Mehr als 80% ihrer fühlbaren Wärme muss die Abluft im Wärmeüberträger an die Zuluft zurückgeben. So wird z.B. bei 0 °C Außentemperatur die kalte Frischluft allein durch die 20 °C warme Abluft auf mindestens 16 °C erwärmt. Nicht nur Allergiker und Asthmatiker schätzen die pollenfreie und staubarme Luft im Passivhaus.

Wärmegewinne erzielt das Passivhaus durch große Fenster, die zur Südseite orientiert sind sowie durch die Wärmeabgabe von Personen und Haushaltsgeräten. Im Sommer verhindert eine Verschattung, z.B. Balkon oder Jalousien, die Überhitzung der Räume.

Der geringe Restwärmebedarf kann durch beliebige Quellen bereitgestellt werden, beispielsweise über eine Erdgasheizung, einen Fernwärmeanschluss, eine Wärmepumpe, eine Elektrogebäudeheizung, eine thermische Solaranlage oder einen Pelletofen. In jedem Fall erfolgt die Deckung des Restwärmebedarfs hierbei über eine Nacherwärmung der Zuluft im Lüftungskompaktgerät.

Ein Passivhaus ist eine sehr wirtschaftliche Investition in die Zukunft, denn die Mehrkosten des Passivhauses für die verbesserten Fenster, für Lüftung und Dämmung werden zum größten Teil durch die Passivhaus-Förderung der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) aufgefangen. Mit zinsvergünstigten Krediten fördert die KfW den Bau von Passivhäusern, der Antrag hierfür wird über die Hausbanken gestellt. Durch die hohe Energieeinsparung ist ein Passivhaus auf Dauer gesehen auch finanziell günstiger als ein konventioneller Neubau. Somit stellt der Bau eines Passivhauses eine Vorsorge gegen steigende Energiepreise und die Verknappung fossiler Energiequellen dar. 

Quelle: Passivhaus Institut