Hintergrund
Das Projekt „Kommunale Klimapartnerschaften“ will die fachliche Zusammenarbeit von Kommunen in Deutschland und im globalen Süden bei Klimaschutz und Klimafolgenanpassung begründen sowie stärken. Systematisch sollen die Themen dabei in die Arbeit der kommunalen Klimapartner integriert werden. Begleitet durch die Organisation „Engagement Global - Servicestelle Kommunen in der Einen Welt“ erarbeiten die beiden Kommunen in den kommenden zwei Jahren Handlungsprogramme, die gemeinsam umgesetzt werden sollen. Somit sollen die strategischen Planungen der Zusammenarbeit langfristig gesichert werden. Das Spektrum möglicher Projekte ist wirklich breit: Denkbare Schwerpunktthemen reichen von erneuerbaren Energien und Energieeffizienz über Klimafolgenanpassung, nachhaltige Mobilität und nachhaltige Land- und Forstwirtschaft bis zu Wasser- und Abwassermanagement oder Umweltbildung.
Projektablauf
Das Projekt konnte seit Beginn immer klarere Formen und einen konkreten Handlungsrahmen annehmen. Nachdem die gemeinsame Kooperationsvereinbarung unterzeichnet wurde, lernten sich die Kommunen bei einem ersten (virtuellen) Auftaktworkshop und Vorbereitungstreffen kennen. Anschließend ging es in den darauffolgenden virtuellen Entsendungen darum, mögliche Handlungsfelder abzustecken, die später in Pforzheim als auch Mtwara initiiert werden sollen. Mit dem ersten gemeinsamen Workshop im Sommer 2022 in der tansanischen Partnerstadt Mtwara nahm das Handlungsprogramm konkrete Formen an und konnte nach einem Gegenbesuch der tansanischen Partner beim Ergebnisworkshop im Oktober 2022 final präsentiert werden. Die Schwerpunkte des Handlungsprogramms liegen dabei auf den Themen Abfallmanagement, Bildung, Erneuerbare Energien, Bildung und Begrünung, Wald & Forstwirtschaft. Das Handlungsprogramm soll nun als Grundlage für die schrittweise Umsetzung der erarbeiteten Maßnahmen dienen.
Aktueller Stand
Im Jahr 2025 konnte mit Unterstützung von Fördergeldern durch die Servicestelle Kommunen in der Einen Welt die erste Maßnahme im Bereich Abfallmanagement durchgeführt werden.
Das Projekt trägt zur Verringerung der Abfallmenge im Allgemeinen und auf den Straßen sowie zur Verbesserung der Abfallwirtschaft und des Recyclings vor Ort in Mtwara bei. Im Zuge dessen wurden nun mithilfe von Fördermitteln Behälter für die Mülltrennung beschafft und am Markt, im Innenstadtbereich sowie an einer Pilotschule aufgestellt und beschildert. Im nächsten anstehenden Schritt im Jahr 2026 soll die Bevölkerung der Hafenstadt mittels Flyer und Sensibilisierungseinheiten über die richtige Mülltrennung aufgeklärt werden. Auch die Schülerschaft und Lehrkräfte einer Pilotschule erhalten im Unterricht und darüber hinaus weitere Informationen rund um das Thema Abfallmanagement. Der gesammelte Biomüll soll in einer Schul AG zu Kompost weiterverarbeitet werden.
Weitere Maßnahmen, wie die Einführung von Solarlampen für die lokalen Fischer in Mtwara sowie die Installation von PV-Anlagen konnten bei der Partnerschafts-Afrika-Konferenz 2025 in Gießen erarbeitet werden und sind nun in Planung.

Die Partnerkommune Mtwara
Ein kleiner Einblick in das Leben der Partnerkommune Mtwara.
Mtwara ist eine Küstenstadt, gelegen am Indischen Ozean. Die Stadt zählt etwa 100.000 Einwohner und stellt einen wichtigen Verkehrsknotenpunkt im Südosten Tansanias dar. Der Distrikt Mtwara ist eine der ärmsten Regionen in Tansania. Wichtigster Wirtschaftszweig ist nach wie vor die Landwirtschaft, an der Küste gewinnt der Fischfang zunehmend an Bedeutung.
Videobeitrag | Klimapartnerschaft Pforzheim-Mtwara
Pforzheim denkt Klimaschutz nicht mehr nur regional, sondern auch global: mit der Kommune Mtwara im Osten Tansanias verbindet die Stadt seit Oktober 2020 eine Klimapartnerschaft.
Um der Partnerkommune einen Einblick in das Leben Pforzheims und den Klimaschutzinitiativen der Goldstadt zu geben, entstand dieses Video.


