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Mobilität in der Stadt nachhaltig gestalten

Integrierter Mobilitätsentwicklungsplan Pforzheim (IMEP)

Wie sieht die Mobilität in Pforzheim heute aus und wie soll sie in der Zukunft aussehen? Gemeinsam mit Pforzheimerinnen und Pforzheimern hat die Stadt den Integrierten Mobilitätsentwicklungsplan (IMEP) entwickelt. Unter dem Slogan "Pforzheim Mobil – Gemeinsam Mobilität gestalten" ist der IMEP der Handlungsleitfaden, wenn es um die Gestaltung einer nachhaltigen und zukunftsorientierten Mobilitätsplanung geht. Der Grundsatz lautet hierbei: Wir wollen eine menschen- und umweltfreundliche Mobilität in Pforzheim und eine bessere Lebensqualität für alle schaffen. „Mit dem IMEP hat die Stadt den Rahmen für eine nachhaltige und zukunftsorientierte Mobilitätsplanung definiert. Diesen gilt es nun konsequent und mutig umzusetzen“, so Baubürgermeisterin Sibylle Schüssler.

Herausforderungen in Pforzheim

Sich verändernde Ansprüche und Bedürfnisse im Lebens- und Mobilitätsverhalten stellen neue Herausforderungen für die Planung dar. In der Vergangenheit stand die Leistungsfähigkeit für den Autoverkehr stark im Vordergrund und die Straßenräume wurde als Transiträume gesehen, um möglichst schnell und ungehindert von A nach B zu kommen. Die heutige nachhaltige Mobilitätsplanung zeichnet sich dagegen dadurch aus, dass gleichberechtigte Angebote für alle Verkehrsarten vom Fuß- und den Radverkehr über den öffentlichen Verkehr bis zu Auto- und Lkw-Verkehr geschaffen werden. „Mobilitätswandel beginnt in den Köpfen von uns allen. Deshalb ist es wichtig, Veränderungen gut zu kommunizieren und den Gesamtnutzen aufzuzeigen“, so Schüssler. Neben der Funktionsfähigkeit der Straße spiele zusätzlich die Steigerung der Aufenthaltsqualitäten eine wichtige Rolle. „Dies steigert einerseits die Attraktivität Pforzheims als lebenswerte Stadt und dient andererseits mit der Schaffung von Grünflächen dem Umwelt- und Klimaschutz.“ Als Stadt mit kompakten und hochverdichteten Siedlungsflächen bietet Pforzheim hervorragende Voraussetzungen als Stadt der kurzen Wege mit einem hohen Anteil selbstaktiver Mobilität zu Fuß und mit dem Fahrrad. Der im deutschlandweiten Vergleich sehr niedrige Anteil der mit dem Fahrrad durchgeführten Wegen von 3 Prozent ist bestes Indiz dafür, dass in dieser Hinsicht großer Handlungsbedarf besteht.

Sechs Ziele für die Mobilitätsentwicklung

Zentraler Baustein des IMEP ist die Verständigung auf das Leitbild und die Ziele, die künftig den Rahmen der Mobilitätsentwicklung vorgeben. Unter dem Grundsatz der menschen- und umweltfreundlichen Mobilität wurden daher sechs Ziele entwickelt und politisch beschlossen. „Pforzheim soll sich zu einer vernetzten, integrativen, kompakten, umweltfreundlichen, lebenswerten und sicheren Stadt weiterentwickeln“, erklärt Sachgebietsleiter Christoph Schulze und sagt weiter „zukünftig ist die Erreichung der Ziele regelmäßig zu prüfen. Dabei wird beispielsweise geschaut, wie sich der Anteil der zu Fuß und mit dem Rad zurückgelegten Wege entwickelt und in welchem Umfang der Kfz-Verkehr in der Innenstadt zurückgeht.“ In diesem Zusammenhang wird auch die Entwicklung der verkehrsbedingten Treibhausgasemissionen betrachtet. Weitere Indikatoren sind der Rückgang der im Straßenverkehr schwerverletzten und getöteten Personen und der Ausbau der barrierefreien Haltestellen.

Maßnahmen zur Erreichung der Ziele

Um die oben genannten Ziele zu erreichen, wurde ein Maßnahmenkatalog entwickelt. Dieser definiert kurz- bis langfristige Maßnahmen für die kommenden 15 Jahre und darüber hinaus. Die Maßnahmen lassen sich unterschiedlichen Schwerpunkten zuordnen. Da ist zum einen das Thema Digitalisierung. Eine nachhaltige Mobilitätsentwicklung benötigt innovative und vorausschauende Maßnahmenansätze auf dem Weg zu einer Smart City. Dies eröffnet die Chance, die Erreichbarkeit Pforzheims mit allen Verkehrsarten zu verbessern und eine umweltfreundlichere und besser vernetzte Stadt zu werden. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Verknüpfung von Mobilitätsangeboten für den Fuß-, Rad und öffentlichen Verkehr. Dies trägt zu einer höheren Flexibilität bei der Verkehrsmittelwahl bei. Das Thema Infrastruktur sowohl für den fließenden als auch für den ruhenden Verkehr stellt selbstverständlich einen Schwerpunkt dar. Dabei geht es insbesondere um die Schaffung von Angeboten für alle Verkehrsarten auf der bestehenden Infrastruktur. Pkw und Lkw sind auf wichtigen übergeordneten Achsen zu bündeln, im weiteren Straßennetz sollen aber prioritär die Belange des Öffentlichen Verkehrs sowie des Fuß- und Radverkehrs berücksichtigt werden. Das entscheidende Schlagwort ist hier die effiziente Nutzung des begrenzten Straßenraums zur Erhöhung der Sicherheit für alle. Der ruhende Verkehr steht in enger Verbindung mit dem Thema der Straßen- und Stadtraumgestaltung. Zugunsten der Erhöhung der Aufenthaltsqualitäten sind Stellplätze am Straßenrand zu ordnen und wo möglich zu reduzieren. Hierbei sind die jeweilige Situation und die Bedarfe vor Ort zu berücksichtigen, um zielgerichtete Lösungen zu entwickeln. Um die Teilhabe aller Menschen in Pforzheim zu ermöglichen, muss das Thema der Barrierefreiheit ebenso immer mitgedacht werden. Neben der Barrierefreiheit für mobilitätseingeschränkte Personen an Haltestellen und Kreuzungen geht es auch allgemein, um die Schaffung von sicheren Querungsmöglichkeiten zur Reduzierung der Barrierewirkung von Straßen und nicht zuletzt um die soziale Teilhabe mit preislich für alle leistbaren Mobilitätsangeboten. Abschließend werden im IMEP auch Maßnahmen zur Mitbestimmung und Bewusstseinsbildung aufgezeigt, denn letztendlich kann der Mobilitätswandel nur gelingen, wenn die Menschen erreicht und mitgenommen werden. Gemäß dem Slogan des IMEP ist die Gestaltung von Mobilität Gemeinschaftssache und diesen eingeschlagenen Weg gilt es nun konsequent und mutig fortzuführen.

Nähere Informationen zum IMEP

Nähere Informationen zum IMEP finden sich auf der städtischen Internetseite unter

https://www.pforzheim.de/stadt/mobilitaet/imep.html

Dort kann auch eine anschaulich gestaltete Broschüre mit den zentralen Ergebnissen heruntergeladen werden. Darüber hinaus wird der IMEP auf den Social Media-Kanälen der Stadt vorgestellt.