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Bürgermeister Uhlig stellt das Radverkehrskonzept vor – Stadt möchte den Umweltverbund stärken

Mit dem jetzt vorgelegten Radverkehrskonzept Pforzheim existiert erstmals eine systematische Untersuchung des Fahrradverkehrs in Pforzheim.

Dass der Anteil des Fahrradverkehrs an allen innerstädtischen Wegen in Pforzheim gering ist, ist bekannt. Es gilt nunmehr auf der Basis von Überlegungen aus dem Verkehrsentwicklungsplan, dem Masterplan und dem Klimaschutzkonzept Anreize für die Fahrradfahrer in Pforzheim zu schaffen: „Dieses Thema geht weit über Angebote im Fahrradwege-Bereich hinaus. Öffentlichkeitsarbeit, Serviceleistung und die Herausarbeitung des  Radfahrers als gleichberechtigten und Ressourcen schonenden Verkehrsteilnehmer sind unsere Aufgaben für die nächsten Jahre – dann können wir grundsätzlich die Akzeptanz dieses Verkehrsmittels deutlich erhöhen“, so Bürgermeister Alexander Uhlig. Der Anfang wird noch im März diesen Jahres auf der Östlichen Karl-Friedrich-Straße zwischen Einmündung Ostendstraße und Parkstraße gemacht.

Das Radverkehrskonzept Pforzheim ist ein Teilaspekt der gesamten Verkehrsentwicklung. Das Kernziel besteht dabei darin, ein Radverkehrsnetz für den Alltagsverkehr zu entwickeln. Damit soll erreicht werden, den Radfahrer mit in die Hauptverkehrsstraßen aufzunehmen und ihm so den kurzen und schnellen Weg zu ermöglichen. Gleichzeitig soll das Fahrradfahren mehr in den Alltag integriert werden und die grundsätzliche Akzeptanz des Fahrrads als gleichberechtigtes Verkehrsmittel für den kurzen, innerstädtischen Weg etabliert werden. „Umwelt schonen, Platz sparen, Gesundheit fördern, kostengünstig und schnell auf allen Wegen innerhalb der Stadt – so muss die Devise lauten“, so der Bürgermeister. In diesem Konzept werden die langfristigen Entwicklungsmöglichkeiten und Hauptachsen im Radverkehr aufgezeigt. Auch die veränderten technischen Rahmenbedingungen wie E-Bikes oder Pedelecs spielen in der Diskussion eine wichtige Rolle. Grundsätzlich haben die Planer ihr Augenmerk auf sogenannte regionale Verbindungen (die umliegenden Gemeinden werden mit dem Stadtzentrum von Pforzheim verbunden über überregionale Radrouten), städtische Verbindungen (hier werden verschiedene Stadtteile mit dem Stadtzentrum verbunden) und auf innerstädtische Verbindungen (hier geht es um zentrale Punkte wie Ausbildungszentren, kulturelle Zentren oder besondere Freizeiteinrichtungen) gelegt.

Service Stärken

„Aus dem Straßenverkehr kennt man die Verkehrsbelastungen, die natürlichen Barrieren wie Gewässer, Schienenstrecken oder Topografien. Das verbleibende Straßennetz kann daher als Radverkehrsnetz mit den entsprechenden Streckenabschnitten genutzt werden. Konflikte werden vermieden, notwendige Maßnahmen können daraus abgeleitet werden. Besondere Bedeutung kommt den zentralen „Ost-West-“ und „Nord-Süd-Verbindungen“ bei. Hier wird die höchste Nachfrage und Akzeptanz aufgrund der Topografie erwartet“, so Edgar Theurer vom städtischen Grünflächen- und Tiefbauamt. Angestrebt wird beispielsweise eine steigungsarme Führung des Radverkehrs oder auch die Öffnung von Einbahnstraßen. Die Einrichtung von Fahrradstraßen, aber auch die Kombination von Radfahrstreifen und Busspuren sind Ziele der Infrastruktur eines umfassenden Radwegenetzes der Zukunft. Neben der Infrastruktur empfehlen die Planer von „Modus Consult“ unter der Leitung von Dr. Ing. Frank Gericke auch auf die Öffentlichkeitsarbeit und den Service zu setzen. Aktionen, Internetpräsenz, Werbung oder Mobilitätsberatung sollten künftig zum Rüstzeug der Öffentlichkeitsarbeit gehören. Spezielle Karten oder Pedelec-Touren bis hin zu Fahrradschulungen gehören dazu, wenn man das Fahrrad als städtisches Verkehrsmittel aufwerten möchte. Auch der Service muss dann einen anderen Stellenwert bekommen: Fahrradmitnahme im ÖPNV, Fahrradverleihsystem mit den entsprechenden Fahrradstationen, oder Tourismus- und Nutzerinformationen zu allen im Radverkehr notwendigen Themen gehören zu einem abgerundeten Angebot für die Fahrradfahrer. Das Kernziel, so Alexander Uhlig, sei die Entwicklung eines Radverkehrsnetzes für den Alltagsverkehr. Die Aufgabe bestehe darin, das Fahrradfahren komfortabler und sicherer zu machen und somit auch den Umweltverbund insgesamt zu stärken.