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Pforzheim setzt Energiesparkurs fort

Fortschreibung Energiesparkonzept – Entscheidungen zur Weihnachtsbeleuchtung

Infolge des Angriffskriegs auf die Ukraine sind private Haushalte und Unternehmen genauso zum Energiesparen aufgerufen wie die öffentliche Hand. Die Stadt Pforzheim hat daher unmittelbar reagiert und zahlreiche Energiesparmaßnahmen beschlossen. Eine Liste aus 44 Maßnahmen, die bereits umgesetzt sind, begonnen wurden oder sich noch in Prüfung befinden, wird fortlaufend aktualisiert. Nach wie vor kommt der Krisenstab „Energie“ im zweiwöchigen Rhythmus zusammen, um die aktuelle Lage zu besprechen. „Das Energiesparkonzept der Stadt enthält nach außen sichtbare Maßnahmen, wie die Abschaltung zahlreicher Gebäude- und Objekt-Anstrahlungen im öffentlichen Raum oder die Verringerung der Wassertemperaturen in den Bädern“, so Oberbürgermeister Peter Boch. „Genauso aber auch rein interne Maßnahmen: So werden ab sofort Optimierungen innerhalb des städtischen Rechenzentrums vorgenommen, zum Beispiel durch Abschalten und Verlagern von Servern aus dem Neuen Rathaus.“

Insgesamt hat der Krisenstab Energie in den vergangenen Wochen über alle Dezernate hinweg um Einsparvorschläge der Ämter gebeten. In diesem Zuge wurden auch alle städtischen Kultureinrichtungen abgefragt, die sich mit eigenen Maßnahmen einbringen. Ob Stadtbibliothek, Stadtarchiv, Museen oder Theater, betroffen sind jeweils die Besucher- und die Arbeitsbereiche der Mitarbeitenden. Optimierungen finden bei Raumtemperatur und Beleuchtung statt. Das Theater verzichtet an spielfreien Tagen auf die Vordachbeleuchtung, an Spieltagen wird diese nach Auslass des Publikums abgeschaltet. Die sukzessive Umstellung auf LED-Lampen hat in den Arbeitsbereichen genauso begonnen wie bei den Bühnen-Strahlern. Insgesamt wird ein aktives Strom-Monitoring umgesetzt. Auch der Eigenbetrieb Wirtschaft- und Stadtmarketing setzt bei sich und seinen angegliederten Einrichtungen wie dem ZPT, dem EMMA-Kreativzentrum oder dem Innotec allgemeine Einsparmaßnahmen in den Besucher, Arbeits- sowie Bürobereichen um. „Insgesamt sensibilisiert die Stadt Pforzheim ihre Mitarbeitenden, wie Energie am Arbeitsplatz eingespart werden kann“, so Stefan Hauswirth, Leiter des Verwaltungsstabs Energie.

Einsparungen in der Vorweihnachtszeit

Die größten Einsparungen in der Vorweihnachtszeit erzielt Pforzheim mit der neu geschaffenen „Pforzheimer Winterwelt“: Die energieintensive Eisbahn („City on Ice“) wird durch eine neue Kunststoffeisbahn ersetzt. „So können wir den Verbrauch sowohl an Energie als auch an Wasser deutlich reduzieren“, hebt der OB hervor. „Damit haben wir frühzeitig eine Entscheidung getroffen, die sich in der jetzigen Situation als weitsichtig herausstellt. Andere Städte mit Eisbahn registrieren dies aufmerksam“, so Peter Boch weiter. „Mit dem Wechsel von Kunsteis auf Kunststoff entfallen nicht nur die umfassenden Kühlaggregate früherer Jahre, sondern auch die für die Eisproduktion erforderlichen Wassermengen.“ Folgende Zahl verdeutlicht die Dimension: In der Saison 2021/2022 waren es allein für die Aggregate zur Kühlung der Eisbahn 45.000 Kilowattstunden. In wärmeren Laufzeiten verschiedener Vorjahre lag der Wert sogar noch höher.

Neben der neuen Winterwelt sind auch der Weihnachtsmarkt und der Mittelaltermarkt in ein Energiekonzept eingebettet. „Es geht darum, eine gewisse Balance zu halten“, hebt der OB hervor. „Einerseits wollen wir der kalten und dunklen Winterzeit zum Trotz vorweihnachtliche Stimmung und Atmosphäre aufkommen lassen. Andererseits müssen wir der augenblicklich schwierigen Energiesituation infolge des Ukraine-Kriegs Rechnung tragen.“ Erster Bürgermeister Dirk Büscher ergänzt: „In schweren Zeiten wie diesen brauchen die Menschen auch Lichtblicke und Orte, an denen ein Gefühl von Gemeinschaft aufkommen kann.“

In diesem Sinne wird die Stadt Pforzheim den Zeitraum der Weihnachtsbeleuchtung verkürzen: Die Beleuchtung wird am Sonntag, 27. November, eingesteckt und am 29. Dezember ausgesteckt (zwei Wochen früher als sonst); insgesamt werden stromsparende LEDs verwendet. Nur jede zweite Weihnachtsbeleuchtung wird an den Laternen in Betrieb genommen. Alle Beleuchtungselemente, die nicht zentral an die Straßenbeleuchtung gekoppelt sind (zum Beispiel Weihnachtsbäume, Figuren etc.) werden nur noch während der Betriebszeiten von Weihnachtsmarkt und Winterwelt beleuchtet sein, statt wie früher auch nachts. Die Zahl der Lichterketten an den Weihnachtsbäumen wird verringert. Den beleuchteten Schwan auf der Enz wird es zwar – in unmittelbarer Nähe zur neuen Winterwelt – wieder geben, dafür entfällt Santa-Claus in der Fußgängerzone. Auch die Beleuchtungszeiten des Schwans werden abends auf die Öffnungszeiten der Winterwelt angepasst und damit reduziert. Weitere Weihnachtsfiguren können bei Bedarf eingesetzt werden. Mithilfe von Beleuchtung soll zudem eine Verbindung zwischen Weihnachtsmarkt und Winterwelt (während ihrer Öffnungszeiten) geschaffen werden.