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Klimafolgenanpassung

Anpassung an die Folgen der Klimaveränderungen in unserer Stadt

Die Klimafolgenanpassung setzt genau da an, wo der aktive Klimaschutz nicht mehr ausreicht. Längst gefährden Klimaveränderungen wie Hitze, Starkregen oder Stürme unsere Stadtgesellschaft und belasten die Lebensbedingungen. Oberstes Ziel ist daher, die Sicherung einer (er)lebenswerten Umwelt, sowie Schutz und Entwicklung der natürlichen Lebensgrundlagen zu gewährleisten. Aus diesem Grund wird dazu ab 2019 bis 2021 ein Klimafolgenanpassungskonzept für Pforzheim erstellt. Die Konzepterstellung erfolgt durch die Arbeitsgemeinschaft der Planungsbüros von alpS (Umweltwissenschaft) und Snøhetta (Architektur, Freiraumplanung) aus Innsbruck. Gefördert wird das Konzept mit Bundesmitteln vom Projektträger Jülich als Klimaschutz-Teilkonzept. Für den Spätherbst 2021 wird das endbearbeitete Konzept erwartet.

Hintergrund

Kommunale Klimaanpassungsmaßnahmen haben in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen. Auch in Pforzheim sind zuletzt durch die Fortschreibung der Stadtklimaanalyse aus dem Jahr 2015 die fortschreitenden Klimaentwicklungen aufgezeigt worden. Die in der Stadtklimaanalyse dokumentierten Veränderungen oder gar Gefährdungen zeigen insbesondere die Empfindlichkeit einzelner Bevölkerungsgruppen auf.

Mit der Teilnahme der Stadt Pforzheim am Konvent der Bürgermeister im Jahr 2008 hat sich die Stadt zum Ziel gesetzt, die jährlichen CO2-Emissionen bis zum Jahr 2020 um 35% im Vergleich zum Jahr 1990 zu reduzieren. Im Jahr 2016 wurde der Fortbestand der Anstrengungen gegen den fortschreitenden Klimawandel beschlossen. Mit der Teilnahme am "Neuen Konvent der Bürgermeister für Klima und Energie" verpflichtet sich die Stadt Pforzheim nicht nur die CO2-Emissionen bis 2030 um mindestens 55% gegenüber 1990 zu reduzieren, sondern auch ein integriertes Konzept für Klimaschutz und allen voran die Anpassung an den Klimawandel einzuführen.

Konzept

Ein Klimafolgenanpassungskonzept bildet den künftigen Handlungsrahmen zur Anpassung an die Klimafolgen in Pforzheim. Die Idee eines aufgabenspezifischen Anpassungskonzepts umfasst die Konzeption sowie die Entwicklung und Beschreibung der konkreten Anpassungsmaßnahmen. Diese sind auf die Anforderungen Pforzheims zugeschnitten.
Zu diesen zählt der Schutz vor Überwärmung im Siedlungsbereich, die Anpassung an Trockenheit und Dürren, die Vorsorge und Anpassung an außergewöhnlichen starke Niederschläge, die Vorsorge vor Sturmschäden, Risikominimierung für die Bewohner und die kommunale Infrastruktur, sowie den Erhalt und Ausbau des Stadtgrüns.

Dabei ist die Anpassung an den Klimawandel als Querschnittsaufgabe zu verstehen, die unmittelbar zur Sicherung und Verbesserung der Lebensqualität in der Stadt beiträgt und langfristig die nachhaltige Entwicklung fördert. Die Erstellung eines solchen umfassenden Klimaanpassungskonzepts erfordert eine ämterübergreifende Zusammenarbeit und die Unterstützung durch externe Sachverständige.
Das Ergebnis soll ein Prozessanstoß sein, welcher die Verwundbarkeit der Stadt mindert, mögliche Klimafolgen und dabei entstehende Kosten senkt und die städtische Bevölkerung – ob jung, ob alt zukünftig besser schützt. Dabei steht im Mittelpunkt, Pforzheim als attraktiven Wohnstandort zwischen Karlsruhe und Stuttgart zu entwickeln und zu erhalten.

Inhalt

Die Anpassungsmaßnahmen werden gemeinsam ausgearbeitet, entsprechend der Fach- und Ortskenntnisse. Insbesondere kann die Thematik „Innenstadtgrün“ in das Konzept eingebunden werden und bereits erarbeitete Erwartungen und Anforderungen mit einfließen. Eines der Ziele ist die Zusammenführung aller beteiligten Akteure, zu einem beständigen partizipativen Projektteam. Außerdem gilt es Leitlinien sowie Strategien zu entwickeln, woraus sich anschließend die Gesamtstrategie der Klimaanpassung der Stadt Pforzheim ergibt. Diese sollen sich mit bestehenden Leitlinien, wie z.B. die des Masterplans oder die der familienfreundlichen Stadt, in Pforzheim vereinbaren lassen. Das Klimaanpassungskonzept ist eine wichtige Planungsgrundlage für die Bauleitplanung und eine nachhaltige Stadt- und Quartiersentwicklung.
Nur gemeinsam und durch Mitwirkung unterschiedlicher Akteure kann die Klimafolgenanpassung in Pforzheim gelingen und die Auswirkungen des Klimawandels für die Bevölkerung reduzieren.

Der Maßnahmenkatalog ist das wesentliche Kernelement des Klimafolgenanpassungskonzepts. Zusammen mit dem im ersten Kernelement skizzierten Istzustand und den zu erwartenden Klimafolgen verschiedener Modellierungen werden konkrete Anpassungsmaßnahmen ermittelt und bewertet. Themenschwerpunkte des Maßnahmenkatalogs können bei der Erstellung des Konzepts zu Beginn festgelegt werden. Konkrete Maßnahmen der jeweiligen Handlungsfelder in Pforzheim können beispielsweise sein:

  • Dachbegrünung an öffentlichen Gebäuden
  • Begrünung öffentlicher Plätze
  • Ausweisung sonnengeschützter Orte
  • Öffentliche Trinkwasserspender

Ziele

Ziel eines Klimafolgenanpassungskonzepts ist es, die so genannte Klimaresilienz, d.h. die Toleranz und Widerstandsfähigkeit gegenüber Klimaänderungen und deren Folgen und die Vorsorge und das Reaktionsvermögen der Stadt sowie der Bürgerinnen und Bürger auszubauen. Außerdem wird ein Handlungsrahmen geschaffen, um Risiken für die Bevölkerung, der natürlichen Lebensräume und der Volkswirtschaft vorzubeugen. Daraus sind mögliche Anpassungsmaßnahmen zu entwickeln und umzusetzen.